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„Ich will das letzte Stamperl selbst austrinken“

Kabarettist Joesi Prokopetz und Österreichs Humanisten unterstützen neue Initiative für Suizidhilfe. –Entscheidung liegt jetzt beim VfGH.


 

Ich will das letzte Stamperl selbst austrinken“, sagt der Kabarettist Joesi Prokopetz in einem aufsehenerregendem Video: https://www.youtube.com/watch?v=3NKkikLEt3s und weiter: ”Ich möchte mein Kreuz abwerfen können, wann immer ich will.” Als Atheist hat er mit seinem Sohn eine Vereinbarung zur Unterstützung eines würdevollen Tods getroffen, falls die Notwendigkeit gegeben sein sollte. Er unterstützt die Forderung nach einer Gesetzesänderung nach deutschem Vorbild. Dort wurde soeben auch die gewerbsmäßige Suizidhilfe erlaubt. Für eine Gesetzesänderung setzt sich auch die neu gegründete Österr. Gesellschaft für ein humanes Lebensende (ÖGHL) ein. Sie möchte das Thema Freitod enttabuisieren. Nun hat sich auch der Humanistische Verband Österreich dieser Forderung angeschlossen. Der HVÖ verfolgt seit Jahrzehnten schon das Ziel, dass das Selbstbestimmungsrecht auf den eigenen Tod respektiert wird“, sagt Gerhard Engelmayer, Präsident des HVÖ. Man werde nun die Österr. Gesellschaft für ein humanes Lebensende (ÖGHL) unterstützen und auf ein ähnliches Urteil in Österreich hinarbeiten. „Der Staat hat auf Betreiben der Kirche viel zu lange am Sterbebett mitbestimmt. Dass es kompetente und organisierte Hilfe für Menschen geben muss, die sich aufgrund schwerer Krankheit oder hohen Alters nachhaltig und ernsthaft entschlossen haben, aus dem Leben zu scheiden, liegt auf der Hand.“ Natürlich müssen für die Suizidhilfe klare Regeln und ein Katalog von Sorgfaltskriterien eingehalten werden. Besorgte Zukunftsvisionen oder Angstparolen sind aufgrund der langjährigen positiven Erfahrungen mit diesem Thema in anderen Ländern Europas sowie in den USA nicht angebracht. Aktuell beschäftigt sich der VfGH in seiner Juni-Session mit entsprechenden Anträgen.

 

Ziele des HVÖ für die Neuregelung der Suizidhilfe in Österreich:
- Das Selbstbestimmungsrecht zum eigenen Tod respektieren und gewährleisten.
- Mehr Optionen schaffen am Lebensende für einen würdevollen Tod.
- Voraussetzungen und Regeln für die Hilfe zum Freitod bestimmen.
- Betroffene vor einsamen sowie brutalen Selbsttötungen schützen.
- Unüberlegte, spontane und voreilige Suizidversuche verhindern.
- Rechtliche Unsicherheiten für alle, die humane Hilfe zum Suizid leisten, ausräumen.
- Für Ärzt*innen klarstellen, dass und wie sie Hilfe zum Suizid leisten dürfen, und entsprechende Sorgfaltskriterien formulieren.

 

Über den HVÖ:
Der Humanistische Verband Österreich wurde 1887 als Freidenkerbund gegründet. 1933 zählte der Verband bereits 65.000 Mitglieder und wurde im katholischen Austrofaschismus durch eine Notverordnung verboten, sein Vereinsvermögen wurde beschlagnahmt und eine spätere Restitution verweigert. Der Verband kämpft für konfessionsfreie, humanistische Ethik. Aufklärung, Humanismus und evidenzbasierte Politik sind zentrale Anliegen. Der HVÖ spricht sich gegen eine staatliche Privilegierung von Religionsgemeinschaften aus und fordert eine Beendigung der Diskriminierung von Konfessionslosen. In ganz Europa gibt es über 60 solche Organisationen, die in der Europäischen Humanistischen Föderation (EHF) und in der Weltdachorganisation der „Humanists International“ vernetzt sind.

www.humanisten.at

www.oeghl.at

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