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Autofahren mit Hanfmedikation möglich

Behörde wollte Krankem Führerschein wg. Hanfmedikament verbieten. Zwei behördenunabhängige Gutachten machen Spuk ein Ende.  

(Thierbach/Tirol, Wien, 26.6.17 , PUR) Andy Klingler aus Thierbach in Tirol ist ein zäher Kämpfer. Er kämpft gegen seine schwere Krankheit und er kämpft für die Legalisierung von Hanf im medizinischen Bereich. Er leidet an der Stoffwechselerkrankung Adrenomyeloneuropathie, die unheilbar ist. Die Beweglichkeit seiner Beine ist durch Spastiken eingeschränkt, sodass er nur mit Krücken gehen kann. Trotzdem nimmt Andy Klingler regelmäßig am Wien-Marathon teil. 11,2 km legt er letztes Mal dabei zurück, denn Andy Klingler lässt sich nicht unterkriegen. Andy Klingler hält auch Voträge über den motivierten Kampf gegen seine Krankheit. Gerade dieser unbeugsame Wille scheint manch einen zu stören, denn kürzlich gab es eine anonyme Anzeige wg. angeblichem “rücksichtslosen Fahren”. Die BH Kufstein wirft ihm weiter vor, dass er „geprahlt habe, Zugang zu Cannabisprodukten zu haben und solche auch regelmäßig in Form von Keksen und anderen hinlänglich bekannten Möglichkeiten zu konsumieren“. Eine Anzeige mit weitreichenden Folgen: Die BH Kufstein teilte ihm mit, dass er bei weiterer Einnahme des Hanfmedikaments Dronabinol seinen Führerschein abgeben müsse und wollte ihm dann den Führerschein wegen „Lenkerunfähigkeit infolge von Hanfmedikation“ abnehmen. Weil Mobilität für ihn essentiell ist, hat Klingler zuerst auf Dronabinol verzichtet, doch das hat negative Auswirkungen auf seine Gesundheit: Schaffte er mit Dronabinol im Training 5 km, so waren es nachher nur noch 200 m.

Zwtl: Gutachten: Hanfmedikament beeinträchtigt Konzentration nicht
Daher hat Klingler den Bescheid nun bekämpft, wofür er von der BH nur eine Woche (!) Zeit bekommen hatte. Zwei von ihm in Auftrag gegebene behördenunabhängige Gutachten bescheinigen ihm nun Fahrfähigkeit trotz des Hanfmedikaments. Dieses entspannt die schmerzenden Muskeln, beeinträchtigt jedoch die Konzentration nicht, wie nun gutachterlich bestätigt. Nun musste die BH ihm den Führerschein wieder ausstellen. Somit ist Andy Klingler einer der ersten Österreicher aus den Bundesländern (Anm. Wien agiert hier schon liberaler), der mit behördlicher Genehmigung unter Hanfmedikation Auto fahren darf. Die Wirksamkeit von Hanfmedikation ist heute übrigens für zahlreiche Krankheiten belegt, insbesondere in der Schmerztherapie bei Krebs, Parkinson u.ä.

www.amn.at

Videos:
Andy Klinger in „Tirol Heute“:

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